Wasch Beton Blumenkübel? aber die tun auch was!
Grevenbroich
Waschbeton gegen Raser
VON WILJO PIEL
Maßarbeit für die Bergheimer Straße: Horst Bodewein (vorne) und Hajo Moll haben
Maßarbeit für die Bergheimer Straße: Horst Bodewein (vorne) und Hajo Moll haben die Laacher Ortsdurchfahrt ausgemessen. Da die Umgehungsstraße nicht kommt, planen sie eine Verkehrsberuhigung auf eigene Faust. NGZ-Foto: Michael Reuter
Laach Horst Bodewein hat sich über 14 Stunden lang vor sein Haus an der Bergheimer Straße gesetzt und ohne Pause den Verkehr gezählt. Zwischen 5.20 und 19.30 Uhr fuhren 47 Busse, 72 Lastwagen, 710 Zweiräder und 5413 Autos an ihm vorüber.
„Ganz schön viel“, meint der 69-Jährige. Doch nicht genug: Denn nach einem Gutachten, das Dr. Peter Sienko vom Ingenieurbüro Isaplan für den Rhein-Kreis Neuss erstellt hat, ist die knapp 350 Meter lange Laacher Ortsdurchfahrt damit nur mittelmäßig belastet.
Oder anders gesagt: Der Verkehr auf diesem Teilstück der Kreisstraße 22 reicht bei weitem nicht aus, um den Bau einer Umgehungsstraße wirtschaftlich darzustellen (die NGZ berichtete)
Dennoch: „Einige tausend Autos am Tag sind kein Pappenstiel. Und der größte Teil der Fahrer schert sich einen feuchten Kehrricht um die Tempo-30-Zone in unserem Dorf. Das ist eigentlich das Kernproblem“, meint Bodeweins Nachbar Hajo Moll (70).
Nach Meinung des ehemaligen Kommunalpolitikers würden die meisten Fahrzeuge mit einem - gefühlten - Tempo zwischen 50 und 70 Stundenkilometern durch Laach brettern.
„Was nicht ohne Risiko ist, da es im Bereich der Ortsdurchfahrt zwei Kurven gibt, die nur schlecht einzusehen sind“, erklärt Moll und meint: „Ein Wunder, dass hier noch nichts passiert ist.“
Horst Bodewein und Hajo Moll sind der Meinung, dass der starke Verkehr im Dorf nur mit Hilfe von Handicaps ausgebremst werden kann. „Auf der Grabenstraße in Noithausen funktioniert das sehr gut.
Durch die Parkbuchten und Bepflanzungen ist die Fahrbahn enger geworden, so dass dort nicht schneller als 30 gefahren werden kann“, betont Bodewein. Ähnliches kann er sich auch für Laach vorstellen.
Gemeinsam mit Hajo Moll hat er jetzt die Bergheimer Straße ausgemessen - und nach der Aktion sind beide zu folgendem Ergebnis gekommen: „Sechs bis acht große Blumenkübel, die schräg versetzt auf beiden Straßenseiten postiert werden, reichen aus, um den Verkehr abzubremsen“, erklärt Bodewein.
Würden sich Autos auf der 6,24 Meter breiten Fahrbahn begegnen, müsse einer hinter den Kübeln einscheren, um den anderen vorbeizulassen: „Eine einfache, aber wirkungsvolle Methode.“
Horst Bodewein hat sich auf dem Neurather Bauhof umgesehen und dort die passenden Objekte gefunden: „Massive Kübel aus Waschbeton, 80 Zentimeter hoch und 60 Zentimeter lang - die sind dort vorrätig, die können wir jederzeit haben.“
Um die Maßnahme für die Stadt möglichst kostenneutral zu halten, hat sich der 69-Jährige in seiner Nachbarschaft umgehört und ist „Paten“ gestoßen, die bereit sind, die Betonkübel zu bepflanzen und dauerhaft zu pflegen. „Wenn es nach uns gehen würde, könnten die morgen schon aufgestellt werden“, meint Hajo Moll.
INFO
Mittelstark belastet
Mittelstark belastet
Der Verkehrsgutachter Dr. Peter Sienko (Isaplan) hat dem Kreis von einer Umgehungsstraße
für Laach abgeraten. Die Bergheimer Straße sei mittelstark belastet und könnte
problemlos zwischen 11 000 und 12 000 Autos täglich aufnehmen. Er schlägt vor, kleinere Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung ins Auge zu fassen.
Wie sich Stadt und Rhein-Kreis zu dieser Verkehrsberuhigung auf eigene Faust positionieren, ist allerdings noch unklar: „Wir werden in den nächsten Tagen einen entsprechenden Antrag an den Bürgermeister und den Landrat stellen“, erklärt Moll die weitere Vorgehensweise. Er zeigt sich jedoch recht optimistisch: „Im Vergleich zu den Kosten für irgendwelche Tangenten sind die Kübel doch nur ein Klacks.“
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Hier fahren ja alle nur 30.
Waschbeton gegen Raser
VON WILJO PIEL
Maßarbeit für die Bergheimer Straße: Horst Bodewein (vorne) und Hajo Moll haben
Maßarbeit für die Bergheimer Straße: Horst Bodewein (vorne) und Hajo Moll haben die Laacher Ortsdurchfahrt ausgemessen. Da die Umgehungsstraße nicht kommt, planen sie eine Verkehrsberuhigung auf eigene Faust. NGZ-Foto: Michael Reuter
Laach Horst Bodewein hat sich über 14 Stunden lang vor sein Haus an der Bergheimer Straße gesetzt und ohne Pause den Verkehr gezählt. Zwischen 5.20 und 19.30 Uhr fuhren 47 Busse, 72 Lastwagen, 710 Zweiräder und 5413 Autos an ihm vorüber.
„Ganz schön viel“, meint der 69-Jährige. Doch nicht genug: Denn nach einem Gutachten, das Dr. Peter Sienko vom Ingenieurbüro Isaplan für den Rhein-Kreis Neuss erstellt hat, ist die knapp 350 Meter lange Laacher Ortsdurchfahrt damit nur mittelmäßig belastet.
Oder anders gesagt: Der Verkehr auf diesem Teilstück der Kreisstraße 22 reicht bei weitem nicht aus, um den Bau einer Umgehungsstraße wirtschaftlich darzustellen (die NGZ berichtete)
Dennoch: „Einige tausend Autos am Tag sind kein Pappenstiel. Und der größte Teil der Fahrer schert sich einen feuchten Kehrricht um die Tempo-30-Zone in unserem Dorf. Das ist eigentlich das Kernproblem“, meint Bodeweins Nachbar Hajo Moll (70).
Nach Meinung des ehemaligen Kommunalpolitikers würden die meisten Fahrzeuge mit einem - gefühlten - Tempo zwischen 50 und 70 Stundenkilometern durch Laach brettern.
„Was nicht ohne Risiko ist, da es im Bereich der Ortsdurchfahrt zwei Kurven gibt, die nur schlecht einzusehen sind“, erklärt Moll und meint: „Ein Wunder, dass hier noch nichts passiert ist.“
Horst Bodewein und Hajo Moll sind der Meinung, dass der starke Verkehr im Dorf nur mit Hilfe von Handicaps ausgebremst werden kann. „Auf der Grabenstraße in Noithausen funktioniert das sehr gut.
Durch die Parkbuchten und Bepflanzungen ist die Fahrbahn enger geworden, so dass dort nicht schneller als 30 gefahren werden kann“, betont Bodewein. Ähnliches kann er sich auch für Laach vorstellen.
Gemeinsam mit Hajo Moll hat er jetzt die Bergheimer Straße ausgemessen - und nach der Aktion sind beide zu folgendem Ergebnis gekommen: „Sechs bis acht große Blumenkübel, die schräg versetzt auf beiden Straßenseiten postiert werden, reichen aus, um den Verkehr abzubremsen“, erklärt Bodewein.
Würden sich Autos auf der 6,24 Meter breiten Fahrbahn begegnen, müsse einer hinter den Kübeln einscheren, um den anderen vorbeizulassen: „Eine einfache, aber wirkungsvolle Methode.“
Horst Bodewein hat sich auf dem Neurather Bauhof umgesehen und dort die passenden Objekte gefunden: „Massive Kübel aus Waschbeton, 80 Zentimeter hoch und 60 Zentimeter lang - die sind dort vorrätig, die können wir jederzeit haben.“
Um die Maßnahme für die Stadt möglichst kostenneutral zu halten, hat sich der 69-Jährige in seiner Nachbarschaft umgehört und ist „Paten“ gestoßen, die bereit sind, die Betonkübel zu bepflanzen und dauerhaft zu pflegen. „Wenn es nach uns gehen würde, könnten die morgen schon aufgestellt werden“, meint Hajo Moll.
INFO
Mittelstark belastet
Mittelstark belastet
Der Verkehrsgutachter Dr. Peter Sienko (Isaplan) hat dem Kreis von einer Umgehungsstraße
für Laach abgeraten. Die Bergheimer Straße sei mittelstark belastet und könnte
problemlos zwischen 11 000 und 12 000 Autos täglich aufnehmen. Er schlägt vor, kleinere Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung ins Auge zu fassen.
Wie sich Stadt und Rhein-Kreis zu dieser Verkehrsberuhigung auf eigene Faust positionieren, ist allerdings noch unklar: „Wir werden in den nächsten Tagen einen entsprechenden Antrag an den Bürgermeister und den Landrat stellen“, erklärt Moll die weitere Vorgehensweise. Er zeigt sich jedoch recht optimistisch: „Im Vergleich zu den Kosten für irgendwelche Tangenten sind die Kübel doch nur ein Klacks.“
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Hier fahren ja alle nur 30.
Charakterprofil - 19. Jun, 00:33